Innere Kind Arbeit

Die meisten Süchte,

Co-Abhängigkeiten und Vermeidungsstrategien hängen sehr eng mit dem verletzen inneren Kind zusammen. Gleichzeitig fehlten uns oft die spielerische Unschuld, die Phantasie und das unbekümmerte Selbstvertrauen eines Kindes, das immer wieder aufsteht, egal, wie oft es hinfällt.

Viele Angelegenheiten unseres Erwachsenenlebens können wir nicht meistern, wenn wir aus dem inneren Kind heraus agieren. Wir werden handlungsunfähig!

Wenn wir an das innere Kind denken,

dann lächeln wir liebevoll oder auch ein bisschen ironisch und meinen damit den Teil, der mit „Das Kind im Manne“ oder „Die innere Prinzessin“ beschrieben wird. Dieses Kind bekommt ab und zu ein wenig Raum, sie darf sich mal ein Eis bestellen, obwohl die Diätpläne dagegen sprechen, er darf von einem Schaufenster mit Modelleisenbahnen stehen bleiben. Wir sind großzügig, wenn es um die inneren Kinder geht, sie dürfen ab und zu mal spielen, denn sie tragen ja dazu bei, dass wir uns besser fühlen. Unser inneres Kind wird so verharmlost und verniedlicht, dass wir oft erschrecken, wenn wir seine wahre Kraft und seinen immensen Einfluss auf unser Leben, seine dramatischen Verletzungen und die unbändige Freude, die es uns bringen kann, zu spüren beginnen.

Es ist das innere Kind, das leuchtende Augen bekommt,

wenn wir uns den verbotenen Eisbecher erlauben, ja. Es ist aber auch das innere Kind, das uns dazu bringt, andere und uns selbst bis zum Exzess zu kontrollieren und zu vereinnahmen oder uns vereinnahmen zu lassen. Es ist auch das Innere Kind, das so tief einsam ist, daß wir nicht anders können, als Drogen welcher Art auch immer zu nehmen, das diese fehlende Ungeborgenheit und jene Selbstzweifel, die uns immer wieder vor den Abenteuern des Lebens zurückschrecken lassen, in uns hervorruft. Es ist das innere Kind, das dafür sorgt, daß unsere Beziehungen immer wieder scheitern, weil wir immer wieder an die gleichen Streitpunkte kommen, das uns im Beruf unzufrieden sein lässt, weil wir nicht für unsere Wünsche und Bedürfnisse einstehen.

Wenn es einen Teil in uns gibt, der die Nase von diesem ganzen Leben voll hat,

der nicht mehr will, der am liebsten gehen würde, weil sich sowieso alles nicht lohnt, dann ist es meistens der zutiefst verletzte Teil des inneren Kindes. Das innere Kind aber ist es auch, das sich mutig über alle Ängste und Zweifel hinwegsetzt und seinem Herzen treu bleibt, das innere Kind schenkt uns soviel Kraft und Lebendigkeit, dass wir all unsere Aufgaben mit Leichtigkeit und Anmut erledigen könnten. Das innere Kind lässt uns entweder durch das Leben tanzen oder müde dahinschlurfen, je nachdem, wie es ihm geht. Es ist kein einzelner Persönlichkeitsaspekt, sondern ein kompliziert miteinander verwobenes Energiefeld aus vielen verschiedenen Anteilen, die alle eins gemeinsam haben. Sie spüren und erleben die Dinge direkt und unverfälscht, sind die emotionalen Zeugen unserer Vergangenheit:

Hier ist unsere emotionale Wahrheit gespeichert. Das innere Kind ist wie der wahre Emotionalkörper, hier ist all das, was wir uns nicht erlaubt haben, zu spüren, verankert, seien es Liebe, Trauer, Angst, Schock, Wut oder überschäumende Lebensfreude. Das innere Kind ist ein Geflecht aus Erfahrungen, Wünschen, Träumen, Sehnsüchten, Erinnerungen an andere Dimensionen und liebevollere Zeiten, ein Energiefeld, das alles enthält, was du selbst, die an ihre Umgebung angepasste und funktionierende Persönlichkeit, nicht spüren kann, darf oder will. Wie auch immer du deine Kindheit erlebt hast, die Wahrheit ist im inneren Kind gespeichert.

Wenn ihr ein verletztes inneres Kind habt – und wer hat das nicht? –, dann braucht es eine große, beinahe heilige Macht, damit ihr in Frieden miteinander leben könnt:

Mitgefühl. Für euch selbst und füreinander. Das schreibt sich leicht. Aber im Alltag, wenn ihr an genau den Stellen berührt werdet, an denen es so weh tut, dass ihr erstarrt und flüchten oder euch unsichtbar machen wollt, ist es beinahe unmöglich, Mitgefühl aufzubringen, weder für den anderen noch für sich selbst. Und so fühlen wir uns gekränkt, werden trotzig, werfen mit spitzen oder eiskalten Bemerkungen um uns, jammern, erleben uns als Opfer und machen unsere Schotten, die Chakren, dicht. Wie also heilen wir uns selbst?

Quelle:

http://www.susannehuehn.de/wp/?p=543

 

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